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Glossar der deutschen Bürokratie

wesentliche Begriffe in einfacher Sprache erklärt.

115 terms

Steuer

Abgabenbescheid

Offizieller Steuerbescheid vom Finanzamt.

Ihr Abgabenbescheid für das Jahr 2023 ist beigefügt.

Einkommensteuererklärung

Jährliche Steuererklärung für Einkünfte.

Finanzamt

Lokale Steuerbehörde für die Bearbeitung von Steuererklärungen und Bescheiden.

Freibetrag

also: Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag

Steuerbefreiter Betrag. Beispiele: Grundfreibetrag (~11.604 €/Jahr), Kinderfreibetrag, Sparerpauschbetrag (1.000 €/Jahr).

Gewerbesteuer

Kommunale Steuer auf Gewerbeeinkünfte in Deutschland.

Kirchensteuer

also: Kirchensteuer

Zusatzsteuer (8–9 % der Einkommensteuer) für Mitglieder anerkannter Religionsgemeinschaften. Durch Kirchenaustritt abwählbar.

Lohnsteuer

Einkommensteuer, die direkt vom Arbeitgeber vom Gehalt einbehalten wird.

Schreiben vom Finanzamt

Offizielles Schreiben vom deutschen Finanzamt.

Solidaritätszuschlag

Zusatzsteuer auf Einkommensteuer, für die meisten Steuerzahler abgeschafft.

Steuer-ID

Permanente 11-stellige Steueridentifikationsnummer, lebenslang gültig.

Steuerklasse

also: Lohnsteuerklasse

Einer von 6 Lohnsteuerklassen (I–VI), die bestimmt, wie viel Lohnsteuer vom Gehalt einbehalten wird.

Als Verheirateter wurde Ihnen Steuerklasse III zugewiesen.

Steuernummer

Steuerliche Identifikationsnummer vom Finanzamt.

Steuervorauszahlung

also: Vorauszahlung

Vierteljährliche Vorauszahlungen auf Einkommensteuer für Selbstständige und Unternehmen auf Basis der geschätzten Jahressteuer.

Umsatzsteuer

also: Mehrwertsteuer, MwSt.

Mehrwertsteuer: normaler Satz 19%, ermäßigt 7%.

Recht

Aktenzeichen

also: Az.

Eindeutige Fallnummer einer Behörde zur Identifizierung Ihres Vorgangs.

Bescheid

Offizieller Verwaltungsakt einer Behörde mit bindender Rechtswirkung.

Einschreiben

Postsendung mit Zustellnachweis, notwendig für rechtssichere Korrespondenz.

Erbschein

Offizielles Dokument, das Ihr Erbrecht nachweist.

Frist

Rechtlich verbindliche Frist für Antworten oder Einreichungen.

Inkassobüro

also: Inkasso

Unternehmen, das im Auftrag von Gläubigern offene Forderungen eintreibt. Legitimität und Forderung sollte stets geprüft werden.

Mahnbescheid

Gerichtlicher Zahlungsbefehl. Bei Nichteinspruch wird er vollstreckbar.

Ein Mahnbescheid wurde gegen Sie erlassen.

Mahnung

Formelles Zahlungserinnerungsschreiben.

Pfändung

Rechtliche Maßnahme zur Schuldeneintreibung durch Pfändung von Lohn oder Vermögen.

Pfändungsfreigrenze

also: Pfändungsschutz

Einkommensgrenze, bis zu der eine Pfändung nicht zulässig ist. Schützt das Existenzminimum des Schuldners. Wird jährlich angepasst.

Pflichtteil

Mindestanteil am Erbe, von dem nahe Verwandte nicht enterbt werden können.

Schuldnerberatung

Kostenlose oder günstige Beratung für überschuldete Personen. Angeboten durch Caritas, Diakonie, Verbraucherzentralen und Kommunen.

Vollmacht

Rechtsdokument zur Bevollmächtigung einer anderen Person.

Vollstreckungstitel

Rechtskräftiges Dokument (z.B. Urteil, Vollstreckungsbescheid), das Zwangsvollstreckung ermöglicht.

Widerspruch

Formeller Einspruch gegen einen Verwaltungsakt. Frist: 1 Monat.

Sie haben das Recht, gegen diesen Bescheid Widerspruch einzulegen.

Zustellungsurkunde

Nachweis über die amtliche Zustellung eines Dokuments.

Wohnen

Betriebskostenabrechnung

also: Nebenkostenabrechnung

Jährliche Abrechnung der Nebenkosten für Mietwohnungen.

Eigentümer

Der rechtmäßige Eigentümer eines Grundstücks oder einer Immobilie.

Grundbuch

Offizielles Register der Grundstückseigentümer beim Amtsgericht.

Kündigung

Formelle Kündigung eines Vertrags.

Hiermit kündigen wir Ihren Mietvertrag fristgerecht zum 30.06.2024.

Mieter

Person, die eine Immobilie mietet.

Mietkaution

Mietkaution, gesetzlich auf 3 Nettokaltmieten begrenzt.

Mietvertrag

Rechtlicher Vertrag zwischen Mieter und Vermieter.

Nebenkosten

Zusätzliche Kosten neben der Kaltmiete (Heizung, Wasser, Müll, Wartung), jährlich abgerechnet.

Vermieter

Person oder Unternehmen, das eine Immobilie vermietet.

Soziales

Bürgergeld

Bedarfsorientierte Sozialleistung (früher ALG II / Hartz IV).

Elterngeld

Einkommensersatzleistung für Eltern in der Elternzeit.

Erwerbsminderungsrente

also: EM-Rente

Rentenleistung für Personen, die krankheits- oder behinderungsbedingt nicht mehr voll erwerbsfähig sind.

Kindergeld

Monatliche Zahlung der Familienkasse für jedes Kind. Aktuell €250/Monat.

Pflegegeld

Geldleistung der gesetzlichen Pflegeversicherung für Pflegebedürftige.

Rente

Monatliche Zahlung aus der gesetzlichen Rentenversicherung im Ruhestand.

Rentenantrag

Formeller Antrag auf Renten- oder Erwerbsminderungsleistungen. Sollte 3 Monate vor dem gewünschten Beginn gestellt werden.

Rentenbescheid

Offizieller Bescheid der Deutschen Rentenversicherung über Höhe, Beginn und Berechnung der Rente.

Ihr Rentenbescheid vom 15.01.2025 liegt bei.

Renteneintrittsalter

Gesetzliches Alter für den Anspruch auf volle Altersrente. Aktuell 67 Jahre für Jahrgänge ab 1964.

Rentenversicherung

Gesetzliche Pflichtversicherung für die Altersrente.

Rundfunkbeitrag

Pflichtbeitrag für öffentlich-rechtlichen Rundfunk: €18,36/Monat pro Haushalt.

Sozialversicherungsnummer

12-stellige Nummer für Sozialversicherung, Rente und Krankenkasse.

Versicherungsverlauf

Dokument der Deutschen Rentenversicherung über alle versicherten Zeiten, Beiträge und Gutschriften im Erwerbsleben.

Gesundheit

Elektronische Gesundheitskarte

also: eGK, Krankenkassenkarte, Versichertenkarte

Chipkarte der Krankenkasse, die bei jedem Arztbesuch vorgelegt werden muss. Enthält Name, Foto und Versicherungsdaten.

Gesetzliche Krankenversicherung

also: GKV, Krankenkasse, gesetzliche Krankenkasse

Pflichtversicherung für ca. 90 % der Bevölkerung. Beiträge einkommensabhängig, zur Hälfte vom Arbeitgeber getragen.

Krankenkassenbeitrag

Monatlicher Betrag für die gesetzliche Krankenversicherung.

Krankenversicherung

Pflichtversicherung in Deutschland. Gesetzlich (GKV) oder privat (PKV).

Pflegeversicherung

Gesetzliche Pflichtversicherung für Pflegekosten im Alter oder bei Behinderung.

Private Krankenversicherung

also: PKV, private Krankenkasse

Private Krankenkasse für Selbstständige, Beamte und Gutverdiener über der Versicherungspflichtgrenze (~69.300 €/Jahr).

Einwanderung

Abmeldung

Formelle Abmeldung beim Einwohnermeldeamt beim Verlassen Deutschlands.

Anmeldung

also: Einwohnermeldung

Pflichtanmeldung beim Einwohnermeldeamt innerhalb von 2 Wochen.

Aufenthaltserlaubnis

Befristete Genehmigung für Nicht-EU-Bürger zum Aufenthalt und Arbeiten in Deutschland.

Aufenthaltstitel

Oberbegriff für alle Arten von Aufenthaltsgenehmigungen in Deutschland.

Ausländerbehörde

Behörde für Aufenthaltstitel von Nicht-EU-Bürgern.

Duldung

Vorübergehende Aussetzung der Abschiebung, kein vollständiger Aufenthaltstitel.

Einwohnermeldeamt

Lokale Behörde für die Einwohnerregistrierung (Anmeldung/Abmeldung).

Niederlassungserlaubnis

Unbefristete Aufenthaltserlaubnis in Deutschland.

Reisepass

Internationales Reisedokument.

Beschäftigung

Abfindung

also: Abfindungszahlung

Einmalige Zahlung des Arbeitgebers bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses, oft im Aufhebungsvertrag vereinbart.

Arbeitsagentur

Bundesagentur für Arbeit: verwaltet ALG I und Arbeitsvermittlung.

Arbeitserlaubnis

Genehmigung für Nicht-EU-Bürger zur Arbeit in Deutschland.

Arbeitslosengeld

ALG I: beitragsabhängig. ALG II/Bürgergeld: bedarfsorientiert.

Arbeitsvertrag

Rechtlicher Vertrag zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Arbeitszeugnis

also: Arbeitszeugnis

Pflichtdokument des Arbeitgebers bei Ausscheiden eines Mitarbeiters. Einfaches oder qualifiziertes Zeugnis.

Jobcenter

Behörde für Bürgergeld (ALG II) und Arbeitsvermittlung.

Kündigungsschutz

Gesetzlicher Schutz vor ungerechtfertigter Kündigung durch den Arbeitgeber.

Kurzarbeit

also: Kurzarbeitergeld

Staatlich gefördertes Modell, bei dem Arbeitgeber Arbeitszeiten reduzieren statt Mitarbeiter zu entlassen. Arbeitnehmer erhalten Kurzarbeitergeld (ca. 60–67 % des Nettolohnausfalls).

Probezeit

Anfangszeitraum eines Arbeitsverhältnisses (3–6 Monate), in dem das Arbeitsverhältnis mit 2-wöchiger Frist ohne Angabe von Gründen gekündigt werden kann.

Die Probezeit beträgt 6 Monate.

Banken

Freistellungsauftrag

Anweisung an die Bank, bis zu €1.000/Jahr keine Kapitalertragsteuer einzubehalten.

Girokonto

Standardbankkonto für den täglichen Zahlungsverkehr in Deutschland.

Haftpflichtversicherung

Versicherung für Schäden, die Sie Dritten zufügen. In Deutschland sehr empfohlen.

Lastschrift

Automatische Abbuchung von Ihrem Konto mit Ihrer Vorautorisierung.

SCHUFA

Deutschlands wichtigste Kreditauskunftei. Ein negativer Score kann Kredite, Mietverträge und Mobilfunkverträge beeinflussen.

Zoll

Einfuhrumsatzsteuer

also: EUSt

Umsatzsteuer, die beim Import von Waren aus Nicht-EU-Ländern erhoben wird (19 % bzw. 7 %).

Verzollung

also: Zollabfertigung

Abwicklung der Zollformalitäten, um Waren aus dem Zollgewahrsam freizugeben.

Zollanmeldung

Formelle Erklärung gegenüber dem Zoll über Waren, ihren Wert, Ursprung und Verwendungszweck.

Zollbescheid

also: Zollrechnung

Offizieller Bescheid des Zolls über erhobene Zollgebühren und Einfuhrumsatzsteuer auf eine Sendung.

Ihr Paket wurde verzollt. Bitte begleichen Sie den Zollbescheid.

Zollfreigrenze

Wertgrenze, bis zu der eingeführte Waren zollfrei sind. Aktuell 150 € für Sendungen aus Nicht-EU-Ländern.

Versorgung

Abschlag

also: Vorauszahlung

Monatliche Vorauszahlung an einen Versorger (Strom, Gas, Wasser) auf Basis des geschätzten Verbrauchs.

Ihr monatlicher Abschlag beträgt 85 Euro.

Grundgebühr

also: Grundpreis, Grundpauschale

Fester monatlicher Grundbetrag eines Energieversorgers, unabhängig vom Verbrauch.

Jahresabrechnung

Jährliche Abrechnung des tatsächlichen Energieverbrauchs im Vergleich zu den geleisteten Abschlägen.

Ihre Jahresabrechnung ergibt eine Nachzahlung von 142 Euro.

Kilowattstunde

also: kWh

Maßeinheit für Energie auf Strom- und Gasrechnungen.

Nachzahlung

Nachzahlungsbetrag, wenn der tatsächliche Verbrauch die Abschläge übersteigt.

Zählerstand

also: Ablesewert, Verbrauchszähler

Aktueller Stand Ihres Strom-, Gas- oder Wasserzählers. Muss dem Versorger bei Auszug oder Jahresende mitgeteilt werden.

Fahrzeug

Bußgeld

also: Bußgeldbescheid

Geldbuße für Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr (z.B. Geschwindigkeitsüberschreitung, Falschparken).

Sie haben eine Geschwindigkeitsüberschreitung begangen. Ihr Bußgeld beträgt 70 Euro.

Fahrzeugbrief

also: Zulassungsbescheinigung Teil II

Zulassungsbescheinigung Teil II — Eigentumsnachweis für ein Fahrzeug. Bei Verkauf oder Ummeldung erforderlich.

Hauptuntersuchung

also: TÜV, HU

Pflichtuntersuchung für Kraftfahrzeuge, alle 2 Jahre, durch zugelassene Prüfstellen (TÜV, DEKRA, GTÜ).

Ihr Fahrzeug ist zur Hauptuntersuchung fällig.

Kfz-Steuer

also: Kraftfahrzeugsteuer

Jährliche Steuer für Kraftfahrzeughalter, bemessen nach Hubraum und CO₂-Ausstoß.

Kfz-Zulassung

also: Fahrzeuganmeldung, Zulassungsbescheinigung

Amtliche Anmeldung eines Kraftfahrzeugs beim Straßenverkehrsamt.

Medizin

Eigenanteil

Vom Patienten selbst zu tragender Kostenteil, der nicht von der Versicherung übernommen wird.

Kassenarzt

also: Vertragsarzt

Zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassener Arzt, der GKV-Patienten behandeln darf.

Krankengeld

Lohnersatzleistung der Krankenkasse ab dem 43. Krankheitstag (nach Ende der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber). Ca. 70 % des Bruttogehalts.

Krankenhauseinweisung

Ärztliche Überweisung zur stationären Behandlung im Krankenhaus.

Zuzahlung

Gesetzliche Eigenbeteiligung für Medikamente (5–10 €/Packung), Krankenhausaufenthalte (10 €/Tag) und Hilfsmittel. Maximum: 2 % des Bruttoeinkommens.

Für dieses Medikament fällt eine Zuzahlung von 10 Euro an.

Behörde

Bürgeramt

also: Einwohnermeldeamt, Bürgerbüro

Lokale Behörde für Anmeldungen, Ausweise und allgemeine Verwaltungsdienstleistungen.

Führungszeugnis

also: polizeiliches Führungszeugnis, erweitertes Führungszeugnis

Amtliches Dokument vom Bundeszentralregister, das bescheinigt, dass keine relevanten Vorstrafen vorliegen. Oft für Bewerbungen oder Visa erforderlich.

Gewerbeanmeldung

Pflichtanmeldung eines Gewerbebetriebs beim Gewerbeamt vor Aufnahme der gewerblichen Tätigkeit.

Meldebestätigung

also: Wohnungsgeberbestätigung, Anmeldebestätigung

Amtliches Dokument des Bürgeramts, das Ihre gemeldete Adresse in Deutschland bestätigt. Benötigt für Kontoeröffnung, Kfz-Zulassung u. a.

Personalausweis

Pflichtdokument für alle deutschen Staatsbürger ab 16 Jahren. Gilt als Reisedokument innerhalb der EU/EWR.

Ummeldung

also: Anmeldung, Wohnsitzanmeldung

Pflichtanmeldung der neuen Wohnanschrift beim Bürgeramt innerhalb von 14 Tagen nach dem Umzug.

Rente

Altersrente

also: Regelaltersrente, Ruhestandsrente

Monatliche Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung ab Erreichen des Rentenalters (67 Jahre für Jahrgänge ab 1964).

Ihr Antrag auf Altersrente wurde ab dem 01.08.2025 bewilligt.

Betriebsrente

also: betriebliche Altersversorgung, bAV

Zusätzliche Altersversorgung durch den Arbeitgeber, unabhängig von der gesetzlichen Rentenversicherung. Beiträge oft per Entgeltumwandlung.

Ihre Betriebsrente beträgt monatlich 320 € ab Renteneintritt.

Entgeltpunkt

also: Rentenpunkt, Entgeltpunkte

Recheneinheit der Rentenversicherung. Ein Punkt entspricht dem Jahresverdienst in Höhe des Durchschnittsentgelts.

Grundrente

also: Grundrentenzuschlag

Aufstockung der Rente für Geringverdiener mit mindestens 33 Beitragsjahren. Wird automatisch berechnet.

Hinterbliebenenrente

also: Witwenrente, Witwerrente, Waisenrente

Rente für Hinterbliebene (Witwen, Witwer, Waisen) nach dem Tod des Versicherten.

Der Anspruch auf Witwenrente besteht ab dem 1. des Folgemonats.

Riester-Rente

also: Riester-Vertrag, Riester-Förderung

Staatlich gefördertes privates Rentenprodukt für Arbeitnehmer. Beiträge sind steuerlich absetzbar; Zulagen vom Staat.